Sildalis die rote verführung

1910 erbautes Jugendstil- und später erweitertes Saalbauwerk mit Gastronomiebetrieb. Januar 1997 wurde der Stadthallen-Gebäudekomplex für den Anbau eines Einkaufszentrums bis sildalis die rote verführung die historische Jugendstilfassade und das Foyer abgerissen. Die Stadthallen waren ein aus Backstein gemauerter Massivbau mit Jugendstilfassade.

Die erhalten gebliebene Fassade entwarf Rudolf Wilkens im neoklassizistischen Stil mit reichem Jugendstildekor. Sie ist eine Portalarchitektur, die mit vier Halbsäulen und mit figürlichen und plastischen Fries-Schmuckelementen gegliedert ist. Dargestellt werden Tanzszenen von griechischen Musen mit Satyr in Gestalt des sinnlichen Verführers. 1889 in Schwerin aufhielt, 1903 eröffnet wurde. Theater gespielt, es war Konzert- als auch Tanzsaal und hatte ein Restaurant.

Schweriner Apollo-Lichtspiele, die dieser als Kino Schauburg übernahm. Ein Erweiterungsanbau des Stadthallen-Jugendstilsaales erfolgte um 1920. Es wurde der kleine Gesellschaftssaal im Neo-Rokoko-Kunststil mit Decken- und Bühnendekoration angebaut, der auch als Kino mit 200 Sitzplätzen oder Restaurant genutzt werden konnte. Von 1942 an bis zum Kriegsende 1945 dienten die Stadthallen als Hilfslazarett. Die Rote Armee beschlagnahmte am 1. Als Mitte der 1990er Jahre die Absicht bekannt wurde, die Stadthallen für den Neubau eines Einkaufszentrums abzubrechen, wurden diese Pläne von verschiedenen Seiten kritisiert.

Für den Erhalt der Stadthallen als Baudenkmal und Geschichtszeugnis setzten sich unter anderen der Schweriner Architekt Bernd Klinghammer und der Denkmalpfleger und spätere Stadtarchivar Jörg Moll ein, die vor einem unersetzlichen Verlust für die Denkmallandschaft Mecklenburg-Vorpommerns warnten. Als Ergebnis der Bemühungen um den Erhalt der Stadthallen blieb am Ende die Integration der historischen Jugendstilfassade, ein neubarockes Foyer-Geländer, das Foyer, die Empore sowie Deckenstuck rückwirkend an den ECE-Anbau. Januar 1997 begann der Abriss der Stadthallen-Festsäle, der Bau des Einkaufszentrums Schlossparkcenter erfolgte unmittelbar im Anschluss von 1997 bis 1998. 1904 Inhaber Musikdirektor und Gastwirt August Lau. Dem ehemaligen größten Vergnügungstempel in Mecklenburg droht der Abriss.

Denkmalpfleger aus Stadt und Land und ein Groß-Investor ringen um den Abriss der Stadthallen. Stadt legt Zeitplan für ECE-Bau vor. Dezernent: Stadthallen dürfen Projekt nicht gefährden. PDS: Für Stadthallen notfalls ein Ausgleich. Bernd Klinghammer Den Schweriner Stadthallen droht der Abriss.

In: Deutsches Architektenblatt, Jahrgang 1996, Heft 11, S. Tägliche Mahnwache soll die Stadthallen vor dem Abriss retten. Bürgerinitiative meint: Historische Stadthallen lassen sich in den ECE integrieren. Dieser Spatenstich verändert die Schweriner Innenstadt. Einkaufen und Erleben ab Ende 1998.

Erinnerungen von August Jörg, Pächter und Wirt der Stadthallen Schwerin. 12: Grundriss der Schweriner Stadthallen: Art-Deco- und Jugendstil- sowie Neo-Rokokosaal, Foyer. Udo Brinker: Chronik der Stadt Schwerin: Eröffnung der Stadthallen. Wilhelm Jesse: Geschichte der Stadt Schwerin. Bibliographisches Institut Leipzig, 1973, Verlagslizenz Nr. Irene Henselmann, Hermann Henselmann: Das große Buch vom Bauen. Horst Zänger: Die Blütezeit der Stadthallen, Teil 1, Schweriner Express, 17.

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