Cardizem 30

Dies ist ein als exzellent ausgezeichneter Artikel. Dieser Artikel behandelt das Chemie- und Pharmaunternehmen Hoechst AG. Frankfurt am Main war eines der drei größten Cardizem 30- und Pharmaunternehmen Deutschlands. Durch Unternehmensübernahmen und Investitionen in neue Produkte wuchs Hoechst zu einem Großkonzern.

Mitte der 1950er Jahre überschritt der Jahresumsatz erstmals eine Milliarde DM, 1969 die Marke von 10 Milliarden DM. Anfang der 1980er Jahre war Hoechst das nach Umsatz größte Pharmaunternehmen der Welt. Anfang der 1990er Jahre erreichte der Konzern mit 180. 1994 begann die Neuausrichtung und Umstrukturierung der Hoechst AG. Das ehemalige Stammwerk wurde 1997 zum Industriepark Höchst. Shareholder Value oder Zerschlagung eines Traditionsunternehmens? Die Hoechst AG gehörte dem DAX seit seiner erstmaligen Berechnung 1988 bis zum 20.

September 1999 an und blieb noch bis Ende Dezember 2004 als deutsche Zwischenholding der Aventis an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Die Bezeichnung Farbwerke Hoechst war seit der Firmengründung umgangssprachlich immer in Gebrauch und wurde erst ab 1951 offiziell im Firmennamen aufgenommen. Er ist vom Unternehmenssitz in der ehemals selbständigen Stadt Höchst am Main abgeleitet. Die Schreibweise ohne Umlaut war im Unternehmen immer gebräuchlich, denn die Internationalisierung des Unternehmensgeschäfts war bereits weit vor dem Ersten Weltkrieg gelungen. Logo versank in einer quadratischen Umrandung. Die hinzu gewonnene Fläche sollte in intensivem Blau Aufmerksamkeit erwecken. Dieses endgültige Symbol wurde 1966 markenrechtlich geschützt.

In dieser Form war das Markenzeichen bis in das 21. Jahrhundert an zahlreichen Apotheken als Reklameschild zu sehen. 1974 verzichtete der Konzern auf die Nennung historischer Gründernamen und vereinfachte den Unternehmensnamen zu Hoechst Aktiengesellschaft. 1997 ließ sich die Hoechst Managementholding-Gesellschaft zur Abgrenzung von der früheren Hoechst AG vom Wuppertaler Designer Hans Günter Schmitz ein neues Firmensymbol kreieren. Pikanterweise beansprucht die Rechtsnachfolgerin Sanofi-Aventis noch heute die Aufrechterhaltung der alten Markenrechte von 1966 und verhindert juristisch eine Nutzung durch Dritte. Logo von 1966 nochmals als eigene Wort-Bildmarke an.

Bau- und Betriebsgenehmigung für die Farbenfabrik durch die herzoglich-nassauische Verwaltung, 4. Nach Müllers Ausscheiden 1865 übernahm der bisherige Technische Direktor Adolf von Brüning dessen Anteile. Er wird deshalb oft auch als Gründungsmitglied bezeichnet. Die Fabrik stellte zunächst die in der zweiten Hälfte des 19.

Dank eines neuen patentierten Verfahrens von Ferdinand Riese wurde es rasch zum erfolgreichsten Produkt. Um die schnell wachsende Zahl von Arbeitern mit ihren Familien zu versorgen, entwickelten die Gründer eine Reihe von für die damalige Zeit vorbildlichen betrieblichen Sozialleistungen. 1880 wurden aus dem kleinen Unternehmen die Farbwerke vorm. Brüning AG, die bald darauf ihre Wertschöpfungskette verlängerte. In den Jahren bis zum Ersten Weltkrieg wuchs das Unternehmen zu einem Weltkonzern, der 88 Prozent seiner Produktion exportierte. Auch Produktionsanlagen entstanden im Ausland, zunächst 1878 in Moskau, 1883 in Creil bei Paris und 1908 in Ellesmere Port bei Manchester.

1904 bildeten die Farbwerke Höchst mit den Cassella Farbwerken durch wechselseitige Kapitalverflechtungen und Lieferbeziehungen den Zweibund, der 1907 durch den Beitritt der Chemischen Fabrik Kalle in Biebrich zum Dreibund wurde. Friedrich Stolz synthetisierte 1904 in den Labors der Farbwerke das Adrenalin. Es war das erste Hormon, dessen Struktur genau bekannt war und das in reiner Form hergestellt werden konnte. Der Erste Weltkrieg bedeutete für das exportorientierte Unternehmen eine Zäsur, welche die Unternehmensentwicklung für die folgenden dreißig Jahre beeinflusste. Die Auslandsorganisation, Patente und Warenzeichen wurden enteignet, große Teile des Weltmarktes gingen für immer verloren, da die Kriegsgegner eigene Industrien aufbauten. 3237 der 9200 Mitarbeiter des Werkes Höchst wurden 1914 einberufen, 547 von ihnen fielen im Krieg. 1916 war Hoechst Gründungsmitglied der Interessengemeinschaft der deutschen Teerfarbenfabriken, einem Kartell, das die Rohstoffversorgung, Produktionssteuerung und Absatzstrategien der beteiligten Unternehmen unter den Bedingungen der Kriegswirtschaft aufeinander abstimmen sollte.

Das Kriegsende und der Versailler Vertrag brachten den Farbwerken neue Belastungen: Das Werk wurde von französischen Truppen 1918 besetzt, Kohle- und Rohstoffmangel, Zwangsabführungen sowie Devisenknappheit behinderten die Neuausrichtung und den Wiedereinstieg in den Weltmarkt. Die traditionellen Hoechster Schmerzmittel Antipyrin und Pyramidon wurden 1922 durch Novalgin ergänzt, und 1923 produzierten die Farbwerke als erstes deutsches Unternehmen Insulin in Lizenz. Von 1920 bis 1924 baute Peter Behrens das Technische Verwaltungsgebäude, das heute als einer der bedeutendsten expressionistischen Industriebauten Deutschlands gilt. 1925 schlossen sich die Farbwerke der Fusion zur I.

Aufgrund Haeusers geschickter Verhandlungsführung brachten die Farbwerke mit 27,4 Prozent den gleichen Anteil am Grundkapital der I. Bayer und BASF ein, der Rest stammte von den drei kleineren Gesellschaftern AGFA, Griesheim-Elektron und Weiler-ter Meer. 1930 endete die französische Zwangsverwaltung und die Folgen der Weltwirtschaftskrise erfassten die Farbwerke. Große Teile der Farbstoffproduktion wurden in den folgenden Jahren an andere Standorte verlagert, dafür entstanden neue Anlagen für die Herstellung von Lösungsmitteln und Polymeren. Mit der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 begann auch die Gleichschaltung der I. Farben, die auf wenig Widerstand im Unternehmen stieß. Mit dem Vierjahresplan von 1936 begann die Vorbereitung auf die erneute Kriegführung unter den Bedingungen der Autarkie von kriegswichtigen Rohstoffen.

Die Kriegsereignisse zogen das Werk kaum in Mitleidenschaft, obwohl die Stadt Frankfurt vor allem ab Herbst 1943 regelmäßig zum Ziel der alliierter Luftangriffe auf Frankfurt am Main wurde. 1937 war den Chemikern Otto Eisleb und Otto Schaumann die Synthese des Pethidin gelungen, eines Opioids, das 1939 unter dem Markennamen Dolantin eingeführt wurde. 1943 lieferte das Werk Höchst Präparate für Pharmaversuche der SS im Konzentrationslager Buchenwald, bei denen Häftlinge vorsätzlich mit Fleckfieber infiziert wurden. Zahlreiche Versuchspersonen starben bei diesen Versuchen.

1942 begannen Versuche zur Herstellung von Penicillin. Sie verliefen erfolgreich, eine daraufhin geplante Produktionsanlage konnte jedoch vor Kriegsende nicht mehr in Betrieb gehen. Im Januar 1945 kam die Produktion wegen Mangels an Kohle teilweise zum Erliegen. März 1945 wurde die Produktion vollends eingestellt.

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