Amaryllis 5 projekt

Kunstblumen sind der Natur nachgebildete künstliche Pflanzen, deren Farbe, Formen und Textur sich heute bei hochwertigen Produkten kaum von ihren natürlichen Vorbildern unterscheiden lassen. Zu dekorativen Zwecken verwendete Kunstblumen sind seit der Antike bekannt. Es gibt amaryllis 5 projekt Blumen aus Kunststoffen, Papier, Seide, Wachs, Glas und anderen Materialien sowie aus Materialkombinationen.

Der Überlieferung nach gibt es künstliche Blumen seit etwa 3000 Jahren. Die erstmalige schriftliche Erwähnung wird aus dem Alten Testament abgeleitet. Im antiken Griechenland und im Römischen Reich war das Flechten von Kränzen ein anerkanntes Gewerbe. Damit die Kränze auch über die Blütezeit frischer Blumen ihre natürliche Anmutung behielten, flochten die Kranzflechterinnen auch Immortellen, Wintergrün oder Wachsblumen hinein. Der römische Geschichtsschreiber Plinius berichtet von kostbaren, aus Ägypten eingeführten Kränzen mit Blüten aus Papyrusrinde und Seide. Der Besitz von Seidenblumen oder künstlichen Blumen, die natürlichen Blumen täuschend ähnlich waren, dürfte über lange Zeit auf den besonders wohlhabenden Kreis der Bevölkerung beschränkt gewesen sein. Mit der Ausbreitung des Christentums und der damit verbundenen Verehrung von Maria und den Heiligen entstand in den Klöstern und Kirchen Europa das Bedürfnis, Altäre und Heiligenbilder als Zeichen besonderer Verehrung und Lobpreisung mit Blumen zu schmücken.

Wohl zunächst südlich der Alpen versuchten Nonnen dem frühen Verwelken oder dem jahreszeitlich bedingten Mangel an natürlichen Blumen entgegenzuwirken. Mit zunächst noch unvollkommenen Mitteln und Techniken schnitten sie Blüten aus Stoff zurecht. Schon bald gaben Kirchenbehörden Vorschriften heraus, um die Qualität und den Stil des künstlichen Altar- und Prozessionsschmuckes zu verbessern. Im Laufe der Zeit brachten es italienische Nonnen in der Herstellung künstlicher Blumen zu wahrer Meisterschaft. Sie fanden Nachahmer im weltlichen Bereich, die Galanteriewaren aus den Abfällen der norditalienischen Seidenmanufakturen herstellten. Durch Verwendung feiner Seidengaze, den nicht abgesponnenen Resten der Seidenkokons, durch verfeinerte Methoden des Einfärbens und immer weiter verbesserten Techniken des Zusammenfügens der Blütenblätter wurden Qualität und Anmutung gesteigert.

Von Norditalien fanden die Herstellung künstlicher Blumen allmählich ihren Weg über die Alpen: nach Böhmen und in das die Mode bestimmende Paris. Je mehr sich künstliche Blumen als Schmuck und Beiwerk für Kleidung etablieren konnten und zu einem wirtschaftlichen Faktor wurden, je weiter die Produktion von den Nonnen auf bezahlte Arbeitskräfte überging umso stärker wurde der Druck, die Herstellung zu rationalisieren und den Vertrieb besser zu organisieren. Kinder sortierten die winzigen Blüten und montierten sie. Frauen verarbeiteten und arrangierten größere Blüten und Blumen als Zierrat für Kleidung, zu Sträußen, Girlanden und Gestecken. Männer schlugen mit Stanzeisen Blüten und Blätter, färbten und appretierten die Stoffe, umwickelten für Blumenstiele Drähte mit grünem Papier.

Lastenträger brachten die hoch gestapelten flachen Kartons zu gewerblichen Abnehmern. Da nur Männer voll geschäftsfähig waren, gründeten und leiteten sie die Manufakturen und Fabriken oder waren Verleger für die in Heimarbeit entstandenen Seidenblumen. Ausgewanderte Hugenotten brachten etwa um 1780 die Blumenmacherkunst von Frankreich nach Berlin und gründeten dort eine Blumenmanufaktur. Ihr Erfolg führte zur Gründung von Blumenmanufakturen auch in andern deutschen Staaten. Sicherlich entsprachen die damaligen Produkte aus Leinenstoff, Papier und gefärbten Hobelspänen nicht immer heutigen Vorstellungen. Doch war die Herstellung von Seidenblumen eine leichte und saubere Tätigkeit und deshalb bei Frauen sehr begehrt.

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